Die Wiedergeburt (1762–1878)
Nach Paissijs „Slawisch-bulgarischer Geschichte“ beginnt eine Bewegung für bulgarische Bildung, Kirche und Staat.
- 1835 – In Gabrowo wird die erste weltliche bulgarische Schule eröffnet.
- 1856 – Die ersten Tschitalischta entstehen – Kulturhäuser (Lesehallen), in denen gelernt, gelesen, gesungen und gestritten wird. Heute gibt es in Bulgarien über dreitausend davon, und manche sind älter als der Staat.
- 1870 – Mit einem Ferman (Erlass) des Sultans wird das Bulgarische Exarchat gegründet. Die Bulgaren bekommen ihre eigene Kirche.
Die Apostel
- Georgi Rakowski – der Ideengeber des bewaffneten Kampfes.
- Wassil Lewski (1837–1873) – der Apostel der Freiheit. Er baut ein Netz geheimer Revolutionskomitees auf. 1873 wird er in Sofia gehängt. Für die meisten Bulgaren ist er die leuchtendste Gestalt der Geschichte.
- Ljuben Karawelow und Christo Botew – Schriftsteller und Revolutionäre in Bukarest.
Der Aprilaufstand (1876)
Der Aufstand bricht am 20. April 1876 in Kopriwschtiza aus. Er wird grausam niedergeschlagen – Batak, Peruschtiza, Bratsigowo. Die Nachrichten, verbreitet vom amerikanischen Journalisten Januarius MacGahan und von Gladstone in England, schockieren Europa. Die „bulgarischen Gräuel“ werden zum internationalen Thema.
Der Russisch-Türkische Krieg (1877–1878)
Russland erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg. Die Schlachten am Schipka-Pass und bei Plewen entscheiden den Ausgang. Auch die bulgarischen Opoltschenzi (Freiwilligen) helfen mit. Mit dem Vorfrieden von San Stefano vom 3. März 1878 entsteht ein großes Bulgarien. Wenige Monate später teilt der Berliner Kongress es in drei Teile. Der 3. März ist Bulgariens Nationalfeiertag.
Das San-Stefano-Bulgarien existierte nur wenige Monate auf dem Papier, aber seine Landkarte hängt noch immer an den Wänden mancher Amtsstuben. Nostalgie ist eine mächtige Kraft.